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Noch wartet das neue Spurlattenkreuz auf seine Aufstellung auf dem Friedhof an der Pestalozzistraße. Im Hintergrund ist das alte Kreuz zu sehen. Foto: Rolf Stegemann

Heute idyllisch umrahmt von Schrebergärten und dem Fußballplatz lag der kleine Friedhof der Evangelischen Kirchengemeinde Eppendorf-Goldhamme an der Pestalozzistraße früher nicht nur am Rande des Heusnerviertels, sondern auch in Sicht-und Hörweite der Zeche Engelsburg. Das Zentrum des Friedhofes bildet ein großes Holzkreuz, welches viel mit dieser alten Nähe von Friedhof und Bergbau zu tun hat.

„Als ich vor zwei Jahren in die Gemeinde kam, konnte mir keiner mehr erzählen, warum das Kreuz dort steht“, erinnert sich Pfarrer Sven Pernak, der zusammen mit Bernd Roy und Udo Damm, Mitgliedern des Presbyteriums, für den Friedhof und seine Verwaltung zuständig ist. Ein Zufallsfund im Gemeindebriefarchiv brachte Licht in das Dunkel: Das Kreuz war vom damaligen Betriebsleiter der Wasserhaltung der Zeche Carolinenglück in Hamme gestiftet worden.

Schachthauer der Zeche fertigten das Kreuz aus Spurlatten, einem besonders hartem Holz, das zur Führung der Förderkörbe dient, und errichteten es Ende der 60er Jahre auf dem Friedhof.

Der Anlass war ein trauriger: Der Sohn des Betriebsleiters war bei einem Unfall ums Leben gekommen. „Somit war das Kreuz auf dem Friedhof eine Dankesgabe für Trost und Hilfe nach dem Trauerfall“, hält der alte Gemeindebrief fest.

Wind und Wetter nagten seit nun knapp einem halben Jahrhundert an dem Kreuz, so dass es letztlich nicht mehr zu retten war. „Da kam uns die Geschichte des Kreuzes wie gerufen“, sagt Pfarrer Pernak. Er nahm Kontakt mit der Ruhrkohle AG (RAG) auf, und die spendete sozusagen in alter Tradition nicht nur zwei Spurlatten, sondern ließ das Kreuz durch die Lehrwerkstätte der Zeche Prosper-Haniel anfertigen.

„Wir sind der RAG und der Lehrwerkstatt der Zeche Prosper-Haniel sehr dankbar“, sagt Friedhofspresbyter Bernd Roy, der selber aus Engelsburg stammt. „Bleibt so doch nicht nur das Zentrum des Friedhofes mit dem Zeichen des christlichen Glauben, dem Kreuz, erhalten, sondern wir führen auch die alte Tradition der besondere Nähe zum Bergbau noch eine Zeit lang weiter.“ Denn auf dem Friedhof haben auch viele Bergmänner und ihre Familien ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Hinzu kommt, ergänzt Friedhofspresbyter Udo Damm, dass dem neuen Kreuz nun angesichts des anstehenden Endes des Kohlebergbaues im Ruhrgebiet Ende 2018 eine ganz besondere Bedeutung zukommt: Im Januar schließt die Lehrwerkstatt der Zeche Prosper-Haniel ihre Tore, bevor dort Ende des Jahrs für immer Schicht am Schacht ist und damit der Steinkohlebergbau im Ruhrgebiet Geschichte ist.

08.02.2018
Von: KK

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Donnerstag, 22. Februar 2018:
Losungstext:
Sollte Gott etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten?
4.Mose 23,19
Lehrtext:
Jesus sprach zu Petrus: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?
Matthäus 14,31