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Andreas Zumach war bereits zum fünften Mal seit 2012 Gast der Evangelischen Stadtakademie Bochum. Foto: Viviane Harkort

Andreas Zumach war schon oft zu Gast in der Evangelischen Stadtakademie Bochum. Zum ersten Mal im Jahr 2012, als der international tätige Journalist über den Iran sprach. Dass Zumach knapp sechs Jahre später noch einmal in der Stadtakademie sein würde, um darüber zu berichten, wie Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten geworden ist, daran hätte zu dieser Zeit wohl niemand geglaubt.

Doch es kam anders; der Milliardär Trump hat es in das Weiße Haus geschafft und so hat Zumach bei seinem fünften Besuch in Bochum Bilanz gezogen: „Ein Jahr Trump und ‚America First’ – Vorbild für die Welt oder Weg in die Katastrophe?"

Pfarrer Arno Lohmann wollte den Zuhörern in der vollbesetzten Stadtakademie eine Chronik der Trumpschen Skandale ersparen, schließlich solle es in dem Vortrag um die politischen Folgen seiner Präsidentschaft gehen.

Zumach zählte dann aber doch einige der zahlreichen Aufreger auf. „Es gibt keinen amerikanischen Präsidenten, der für so viele Negativschlagzeilen gesorgt hat“, sagte der in Genf lebende Journalist und erwähnte unter anderem die atomare Vernichtungsdrohung gegen Nordkorea, den Austritt aus dem Pariser Klimaschutzabkommen, den milliardenschweren Rüstungsdeal mit Saudi-Arabien sowie die Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen.

Letzteres ist für Zumach „die größtmögliche Lunte, die man in das Pulverfass Naher Osten überhaupt legen kann“. Ohnehin bereite ihm diese Region, insbesondere das Verhältnis der USA zum Iran, die allergrößte Sorge. Laut US-Präsident Trump ist das Atomabkommen mit dem Land „der schlechteste Deal aller Zeiten“.

Zumach, ein überzeugter Friedensaktivist, sieht das anders und sorgt sich um die Zukunft des Abkommens. Er nannte einige Gründe für Trumps Drohung, den Deal platzen zu lassen. Zum einen wolle der Präsident den einzigen relevanten Erfolg seines Vorgängers Barack Obama zunichtemachen, sagte Zumach und ergänzte: „Ja, so kindisch und narzisstisch ist Trump. Außerdem ist er in seiner engsten Umgebung umringt von ideologischen Gegnern des Iran.“ Die schlimmste Eskalationsstufe des Konfliktes wäre laut Zumach ein direkter Krieg zwischen dem Iran und Saudi-Arabien.

Natürlich kommt man in einem Vortrag über das erste Amtsjahr Trumps nicht um den Nordkorea-Konflikt herum, den Zumach ebenfalls erwähnte. „Ich halte das Verhalten von Kim Jong-un für einen einzigen Schrei nach Anerkennung“, so der Journalist über den Führer Nordkoreas.

„Meine große Sorge ist, dass Trump der Versuchung erliegen wird, je mehr er innenpolitisch unter Druck gerät, durch außenpolitische Eskalation abzulenken“, bilanzierte Andreas Zumach am Ende seines Vortrags und ergänzte das Fazit, auf das wohl viele gewartet, vielleicht auch gehofft hatten: „Ich sage voraus, dass Trump seine erste Amtsperiode nicht durchhalten wird.“

27.01.2018
Von: Viviane Harkort

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Donnerstag, 22. Februar 2018:
Losungstext:
Sollte Gott etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten?
4.Mose 23,19
Lehrtext:
Jesus sprach zu Petrus: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?
Matthäus 14,31