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Das Evangelische Krankenhaus in Linden gestern

und heute. Fotos: Augusta

Das Evangelische Krankenhaus in Linden konnte am Dienstag (19. September) seinen 120. Geburtstag feiern. Was 1897 mit der Betreuung von 30 bis 40 Patienten begann, hat sich zum Lindener Zentrum für Altenmedizin und Pflege (LiZAP), einem Geriatrischen Zentrum im Verbund der Evangelischen Stiftung Augusta Bochum Hattingen, entwickelt.

„Die Kranken, welche hier Aufnahme finden, erfreuen sich … eines äußerst günstigen Aufenthaltsortes“, liest man in der Chronik. „Mit großem Eifer ist für die innere Einrichtung und Ausstattung des Hauses gearbeitet worden. Frauen - und Jungfrauenvereine haben die Wäsche genäht und Strümpfe gestrickt, um nach dem Vorbilde des barmherzigen Samariters den Kranken eine gute Herberge zu bereiten. Viel Arbeit und Gebet ist für das Haus geschehen. Möge des Herrn Segen darauf ruhen.“

Dieser Segen reicht bis in die Gegenwart, obwohl die Mitglieder im Presbyterium der Kirchengemeinde sich damals nicht restlos einig waren, ob in Linden ein evangelisches Krankenhaus gebaut werden solle oder nicht. Dieser Wunsch war allerdings auch 1895 schon alt. In der Sitzung des Presbyteriums am 22. März 1895 legte man deshalb eine diesbezügliche Petition vor, die eine Woche später von der Gesamtvertretung der Gemeinde gegen drei Stimmen abgesegnet wurde. Und schon am 4. August wählte man eine Kommission, die sich nach einem geeigneten Bauplatz umsehen sollte.

Dann ging alles ganz schnell. In der Sitzung der Gesamtvertretung vom 19. März 1896 wurde der von Baumeister Höfken vorgelegte Bauplan einstimmig gutgeheißen und zur Ausführung bestimmt. Der „äußere Bau“ war hier mit ca. 56.000 Mark, die „innere Einrichtung“ mit ca. 16.000 Mark kalkuliert. Bauunternehmer August Schlemmer, der den ganzen Bau neun Prozent unter dem Kostenvoranschlag anbot, erhielt dann den Zuschlag. Ende September feierte man die Grundsteinlegung, ein Jahr später bereits die Einweihung.

„Eine neue Opferstätte sei hier errichtet, an der hinfort die Gemeinde die geistlichen Opfer des Gebets, der Fürbitte, der Liebe und Barmherzigkeit darbringen könnte. Das war der Grundgedanke der erhebenden Weiherede“, schrieb laut Chronik die Hattinger Zeitung vom 26. September 1897 über den Einweihungsgottesdienst, den Generalsuperintendent Johannes Friedrich Ferdinand Gustav Nebe persönlich hielt. Nebe war zu dieser Zeit der geistliche Leiter der Kirchenprovinz Westfalen in Münster. An der feierlichen Einweihung nahm auch Paul Florschütz teil, der 1892 mit nur 32 Jahren Landrat des Kreises Hattingen geworden war.

Die Klinik hat im 2. Weltkrieg gelitten, ist aber saniert und weiter ausgebaut worden. Auf dem Gelände stehen neben dem Krankenhaus, das seit 1991 zu den Augusta Kliniken gehört, inzwischen auch Seniorenwohnungen, ein Altenheim und eine Kurzzeitpflegestation sowie die Zentrale von Augusta Ambulante Dienste. 120 Jahre erfolgreiche Entwicklung, dafür ist man in Linden sehr dankbar.

25.09.2017
Von: Rolf Stegemann

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 19. November 2017:
Losungstext:
Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.
5.Mose 2,7
Lehrtext:
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
1.Korinther 3,7