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Ehrenberg-Preisträger Wim Wenders. Foto: Peter Lindbergh

Der Himmel über Bochum blickte am Sonntag freundlich auf die Verleihung des protestantischen Hans Ehrenberg-Preises an den Regisseur Wim Wenders​ in der Christuskirche Bochum​.

Wenders habe ein Werk geschaffen, das "uns herausfordert und das uns einlädt hinzusehen, zu denken, zu fühlen und auch zu glauben", sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm​ in seiner Laudatio. Bedford-Strohm hatte den Ehrenberg-Preis vor zwei Jahren erhalten.

In der Begründung der Jury heißt es: "Die Freiheit des Glaubens ist immer auch die der Kunst: Den protestantischen Hans-Ehrenberg-Preis nimmt in diesem Jahr Wim Wenders entgegen, einer der bedeutendsten Filmkünstler der Gegenwart. Wir ehren ihn für seinen künstlerischen Stil, der einen Spielraum offen hält für das, was sich dem Zugriff entzieht."

"Ihr Kino ist eines der Offenheit, der Bewegung und eines der Begegnung," würdigte Bedford-Strohm den Preisträger. In Wenders Filmen begegneten sich die Offenheit eines Weltbürgers mit den festen Wurzeln eines Menschen, der seine Heimat immer in sich trage.

"Sie sind neugierig und offen geblieben, wie es zu jemandem passt, der immer wieder Road-Movies gedreht hat. Die Menschen in den Road-Movies sind auf der Suche, und ich glaube, dass auch Sie selbst auf der Suche geblieben sind", sagte der Ratsvorsitzende weiter. "Das macht Ihre Filme offen. Und zu dieser Offenheit gehört auch die Offenheit für Transzendenz, gehört auch die Offenheit für den Glauben."

Anklänge an religiöse Themen fänden sich aber auch in expliziten Bezugspunkten zur Bibel. Etwa im Titel der Dokumentation „Das Salz der Erde“. "Auch dieser Titel ist ein Zitat Jesu und eines, das mir im Zusammenhang mit der Verleihung des Hans-Ehrenberg-Preises besonders aufschlussreich zu sein scheint. … Jesus fordert uns mit diesen Worten auf, aktiv in der Welt zu sein, sie zu verändern, vielleicht auch, Widerstand zu leisten. So wie Hans Ehrenberg."

In seiner Dankesrede bezeichnete sich Wim Wenders als ökumenischen Menschen: Er sei als Katholik geboren, erst später Protestant geworden.

"Ich möchte, dass es einen Anspruch auf Wahrhaftigkeit in meinen Filmen gibt", sagte Wenders weiter. Das werde aber immer schwieriger, weil das Erzählen von Dingen immer mehr in Fantasiewelten geschieht. "Ich möchte in meinen Filmen davon erzählen, wie können wir leben, wie wollen wir leben." In diesem Sinne sei das Kino "ein Spiegel von dem, wo wir jetzt sind." Und das Kino mache alle Menschen gleich, zeige, dass jeder einzigartig ist. Wenders: "Das Kino ist das einzige Medium, das Menschen zu Menschen macht."

Mit dem protestantischen Preis erinnern die Evangelische Kirche in Bochum und die westfälische Landeskirche an den Vordenker und Wegbereiter des kirchlichen Widerstands gegen das Nazi-Regime, den Pfarrer und Publizisten Dr. Hans Ehrenberg (1883-1958).

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird traditionell in der Christuskirche Bochum, der Predigtstätte Ehrenbergs, verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören u.a. die Grünenpolitikerin Antje Vollmer, der frühere ZEIT-Chefredakteur Dr. Robert Leicht, Altpräses Manfred Kock und Kardinal Karl Lehmann sowie die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste.

Weitere Informationen im Internet unter Christuskirche Bochum.

17.09.2017
Von: Frauke Haardt-Radzik / Rolf Stegemann

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 19. November 2017:
Losungstext:
Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.
5.Mose 2,7
Lehrtext:
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
1.Korinther 3,7