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Im Rückblick sind es weit mehr als 60 Jahre, die Kurt Diehr ehrenamtlich tätig ist. Nicht umsonst war er schließlich einer der deutschlandweit 1500 Gäste, die zur Begrüßung des Bundespräsidenten Horst Köhler 2004 nach Berlin reisen durften.

 

 

 

Seit 1987 engagiert er sich ehrenamtlich im Wichern-Haus am Kolpinglatz, dem Alten- und Pflegeheim des evangelischen Johanneswerkes. „Als Nachbarschaftshelfer des Bochumer Sozialamts gehört es zu meinem Bezirk“, erzählt er, „ich wohne ein paar Straßen weiter“. Jeden Tag ist er hier, auch am Wochenende. „Ich bin immer ansprechbar“, stellt er fest und ergänzt: „Ich gehe aber auch auf jeden zu.“ Wenn man die Bewohner, Angehörige oder auch das Personal fragt, ist es genau das, was Kurt Diehr so besonders macht: „Er ist immer für uns da.“

 

 

„Zeit haben“ nennt sich eines der Projekte, an denen Kurt Diehr im Wichern-Haus mitarbeitet. Zeit haben für die Bewohner, um ihnen vorzulesen, gemeinsam zu beten, zu singen und zu erzählen, spazieren zu gehen, um Begleitung anzubieten.

Zeit haben für all das lebenswerte Miteinander neben der notwendigen pflegerischen und medizinischen Versorgung. Auch Gruppenangebote gehören dazu, von der Hauswirtschaft bis zum Erinnerungsangebot mit Hilfe von Fotoalben und Bildbänden.

Zeit haben auch für das Sterben. „Sie rufen mich an, wenn es soweit ist“, erzählt er. „Dann sitze ich am Bett, wir reden, ich halte die Hand. Eine dreiviertel Stunde sitze ich manchmal so da.“ Und fügt nachdenklich hinzu. „Es ist gut, wenn man sich verabschieden kann.“

 

 

Zeit nimmt sich Kurt Diehr in vielerlei Hinsicht. Er demonstrierte 1999 auf der Kölner Domplatte für bessere Bedingungen der an Alzheimer Erkrankten, fährt zur Seniorenmesse nach Essen, nimmt teil am Alzheimer Tag im Museum Bochum 2007. In der seinerzeit mit gegründeten Wichern-Haus-Zeitung ist er verantwortlich für die Witze und Rätsel, schreibt stetig Artikel und hört nie auf, einzuladen, das Wichern-Haus und die ehrenvolle Aufgabe des Ehrenamts kennen und schätzen zu lernen. „Ich mache das, weil es mir gut tut“, sagt er. Wenn Kurt Diehr das Wichern-Haus betritt, löst er ein zugewandtes Lächeln aus, wohin er auch kommt.

 

 

Warum im Wichern-Haus? „Wir kennen uns, die Bewohner, die Angehörigen, das Personal. Es ist viel familiärer hier als in den großen Häusern mit vielen Etagen. Hier ziehen alle an einem Strang“. 81 Jahre alt ist er, der gute Geist des Wichern-Hauses, der nach wie vor zur Karnevalszeit mit seinen Büttenreden sein Publikum begeistert. Nachbarschaftshelfer, Schützenkönig, Bewährungshelfer - einen Kurt Diehr ohne Ehrenamt? „Ich brauche das“, lächelt er. Auf die Frage, was denn seine Familie zu seinem unermüdlichen Einsatz sagt, kontert er nur: „Die sind froh, dass ich nicht roste.“ „Ohne unseren Kurt“, resümiert Carola Brauckmann-Salewski vom Sozialen Dienst, „wäre manches nicht möglich - nicht weil es ihm gut tut, sondern weil er uns gut tut."

22.08.2008
Von: Steffi Boyke. Foto: dito

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 19. November 2017:
Losungstext:
Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.
5.Mose 2,7
Lehrtext:
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
1.Korinther 3,7