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Die katholische Religionspädagogin Maria Petermeier hielt eine Andacht in der Paulus- kirche in der Reihe „Atem holen im Advent“.

Der Musiker Thorsten Töpp begleitete die Andacht auf der Gitarre. Fotos: Frauke Haardt-Radzik

Raus aus dem Trubel, Atem holen, zur Ruhe kommen, die Stille genießen: Montags bis freitags lädt die Innenstadtgemeinde während der Adventszeit zu 15 Minuten Andacht in die Pauluskirche ein.

Mal kommen 30, mal nur einige wenige, an diesem Tag sind es um die 20 Besucher, die für eine kurze Zeit die lärmende Stimmung des Weihnachtsmarkts hinter sich lassen und die Besinnung suchen.

Die Hektik mal kurz vergessen, das kann man hier wunderbar“, sagt eine Besucherin entspannt lächelnd. Einige kommen mit Einkaufstüten bepackt, eine ältere Frau stützt sich auf ihren Rollator. Ein Vater sitzt mit zwei kleinen Kindern in einer Reihe weiter hinten, die Kinder hören sehr aufmerksam zu, was Maria Petermeier, die diesmal die Andacht hält, erzählt.

"Ich möchte Ihnen heute ein Märchen aus Afrika schenken“, beginnt Maria Petermeier, die als katholische Religionspädagogin tätig ist - wenn sie nicht gerade in der evangelischen Pauluskirche ein Märchen über das Beschreiten verschiedener Wege erzählt.

Die Geschichte handelt von einem Vater und seinen beiden Söhnen. Der Vater schickt die Beiden hinaus ins afrikanische Grasland, sie sollen auf ihrem Weg Zeichen hinterlassen und dann bald zurückkommen. Während der ältere Sohn die Aufforderung des Vaters sehr wortwörtlich nimmt und überall Knoten ins Gras macht, geht der Jüngere anders vor. Er lernt auf seinem Weg durchs Grasland Menschen kennen, erfährt etwas aus deren Leben und erzählt von sich.

Zurück beim Vater wird klar, dass es auch andere Zeichen als geknüpfte Grasbüschel gibt, nämlich Freundlichkeit in die Herzen der Menschen gebracht zu haben. Diese Zeichen bleiben, stellt der Vater den Söhnen gegenüber klar.

„Die Kinder haben fasziniert zugehört und die Geschichte gut verstanden“, freut sich der Familienvater am Ende der Andacht. „Das war genau mein Thema“, stellt eine junge Frau fest. Sie kommt zusammen mit ihrer Mutter jedes Jahr mehrfach im Advent hierher in die Pauluskirche. „Wir genießen diese Ruhe“, sagen beide fast gleichzeitig.

Vor und nach der Andacht konnten die Zuhörer diesmal ein besonderes Konzert erleben. In der Reihe der Freitagsorgelkonzerte war überraschenderweise Gitarrenmusik zu hören. Thorsten Töpp arbeitet in verschiedensten Bereichen als klassischer und elektrischer Gitarrist zwischen Renaissance und Moderne, Jazz und Improvisation.

Zu dieser Andacht brachte der gebürtige Oberhausener Musik von Heitor Villa-Lobos mit, die er in einen Dialog zu selbst komponierter Musik setzte. Ruhige, besinnliche Stücke, dazu gedämpftes Licht, die Hektik draußen kann warten.

Und so mancher Besucher wollte offenbar noch mehr Gitarrenklänge des Brasilianers Villa-Lobos und von Thorsten Töpp hören und blieb nach der Andacht einfach sitzen und genoss auch noch das Freitagskonzert in der Pauluskirche, wenn auch diesmal ganz ohne Orgel.

18.12.2017
Von: Frauke Haardt-Radzik

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 21. Januar 2018:
Losungstext:
Ich will deinen Namen preisen für deine Güte und Treue; denn du hast dein Wort herrlich gemacht um deines Namens willen.
Psalm 138,2
Lehrtext:
Jesus betet: Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.
Johannes 17,26