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Als „Türöffner“ gab es Sekt. Gern auch mit Orangensaft. Und der Gruß aus der Küche war ein „Mozzarella-Tomatenstick an Pute“. Gereicht wurde dies und alles, was noch kommen sollte - nicht etwa in einem Restaurant. „Die Hölzer das Menü gestalten“, reimte man auf der Speisekarte, „um ihre Kirche zu erhalten.“

Nur 64 Menschen mit Appetit und Freude an der Sache können jeweils am „Kirchenmenü bei Kerzenschein“ teilnehmen. Viel zu wenig für diese außergewöhnliche und äußerst beliebte Veranstaltung in der Pauluskirche, für die es, so Pfarrer Wilfried Geldmacher, „inzwischen schon eine Warteliste gibt, obwohl wir die Termine nie besonders publizieren.“

Die Kombination ist aber auch wirklich verlockend: In der Kirche, an langen Tafeln sitzend, opulent essen und trinken – und dabei auch noch wunderbare Musikdarbietungen genießen. Ein Prosit auf die gute Sache, für die man hier mit leckerer Quiche einen „Gourmet-Ausflug nach Lothringen“ wagt, oder sich bei „Hölzer Hühnersuppe“ an die Kindheitssonntage erinnern lässt.

Karin Hüttemann, Hildegard Lüning, Heike Tuller, Susanne Zebulla und Ulla Striepecke nahmen diesmal die Herausforderung an, mit ihren Kochkünsten mehr als 64 „hungrige Mäuler“ zu stopfen. Rund zehn flinke und freundliche junge Damen aus der Gemeinde sorgten dafür, dass die „gefüllte Hähnchenbrust Toscana an Bandnudeln“ und die Getränke aus dem Gemeindehaus zu den Gästen in der Kirche geschafft wurden.

Zwischen den Gängen sorgte die Gruppe „Lewone“ mit der „einheimischen“ Flötistin Annegret Rafhöfer für stimmungsvolle, Klezmer-lastige, musikalische Unterhaltung. Rafhöfer wurde unterstützt von Geige und Gitarre. „Die haben aber auch schon in größerer Besetzung hier in der Kirche gespielt“, erinnert sich Wilfried Geldmacher. „Beim Tanz des Rabbi“, witzelte der Pfarrer diesmal, „hatte ich schon befürchtet, dass mich jemand auffordert.“

Seine Premiere feierte das „Kirchenmenü“ schon am 5. März 2004 – und hat seitdem nicht weniger als sechs Mal stattgefunden. Der Erlös all dieser aufwändigen Abende war stets für den Förderverein der Kirche bestimmt. Und Geldmacher ist erfreut darüber, „dass es sich durchaus lohnt.“ Die meisten Zutaten werden in der Regel gespendet, das Fleisch meistens aus den Einnahmen finanziert.

Über einen Beamer projizierte Kirchmeister Udo Lüning Texte von Hanns-Dieter Hüsch und die Illustrationen von Joan Mirò aus dem „Kleinen Buch zwischen Himmel und Erde“. Und er zeigte auch Bilder von früheren Menüs. Manch einer erkannte sich wieder.

Dass es Rotwein mit dem Namen „Nettare d’Abramo“ (ital.: Abrahams Nektar) gab, war eher ein netter Zufall, über den sich Karl-Heinz Hüttemann, der verantwortliche Mann für die Getränke, sehr freute.

Dieses Menü kann eine Beziehung fürs Leben sein – wie die „bayrische Creme im Dialog mit Früchten aus dem Rumtopf“, die als Dessert gereicht wurde. Das leckere Erlebnis wurde schließlich vortrefflich abgerundet mit dem einen oder anderen Kaffee oder Verdauungsschnaps. Merke: Auch mit vollem Bauch kann man dem Herrn sehr nahe sein.

14.01.2009
Von: Eberhard Franken. Foto: dito

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 19. November 2017:
Losungstext:
Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.
5.Mose 2,7
Lehrtext:
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
1.Korinther 3,7